Termine in diesem Monat
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Bezirksjugendausschuss
24. 05. 2012Ort: Gewerkschaftshaus, Ingolstadt -
Vernetzungstagung Studierendenarbeit
16. 06. 2012Ort: Haus Eckstein, Nürnberg
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Leiharbeit
Fakten
Leiharbeit sollte eigentlich dazu dienen, dass Unternehmen zusätzliche Arbeitskräfte einstellen können, wenn besonders viele Aufträge vorhanden sind. In Wirklichkeit missbrauchen aber viele Unternehmen die Leiharbeit, um dadurch reguläre Arbeitsplätze zu ersetzen.
Rapide Entwicklung der Leiharbeit
Im Jahr 1995 z.B. lag die Leiharbeitsquote bei gerade einmal 0,5% aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse. Nachdem es 2003 für Unternehmen einfach geworden ist, Leiharbeiter/innen einzusetzen, ist der Anteil der Leiharbeit rapide angestiegen. Die Quote liegt jetzt bei 2,3%.
Leiharbeit hat ein junges Gesicht
Gerade Jugendliche leiden unter der Ausweitung des Sektors.
- Jeder zehnte junge Beschäftigte hat bereits Erfahrungen mit Leiharbeit.
- 7% aller Auszubildenden nehmen eine Beschäftigung als Leiharbeiter/in an, nachdem sie ihre Ausbildung beendet haben.
- Jeder fünfte Leiharbeitnehmer ist unter 25 Jahre alt. Bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sind es zum Vergleich nur 13,3%
Der Hauptgrund ist die mangelnde Übernahmebereitschaft der ausbildenden Unternehmen. Viele Jugendliche ohne Ausbildung werden direkt Leiharbeiter/innen.
Leiharbeiter verdienen weniger
Für Leiharbeiter/innen ist das Risiko, für einen Niedriglohn arbeiten zu müssen, viermal höher als für Normalbeschäftigte. Unter männlichen Leiharbeitern ist das Risiko sogar sechsmal so groß. Der Lohn für gleiche Arbeit liegt bei Leiharbeiter/innen bis zu 1/3 unter den branchenüblichen Tariflöhnen! So ist es kein Wunder, dass rund 13% aller Leiharbeiter/innen zusätzlich Hartz-IV-Leistungen beantragen müssen, um halbwegs über die Runden zu kommen.
Leiharbeit ist keine Brücke in eine feste Beschäftigung
Oft wird behauptet, Leiharbeit erfülle eine Brückenfunktion, indem die Leiharbeiter/innen im eingesetzten Betrieb übernommen werden. Tatsächlich liegt die Übernahmequote gerade einmal bei höchsten 15%. Auch hier sind besonders junge Leiharbeiter/innen betroffen, da sie kaum oder eine zu geringe Arbeitserfahrung vorweisen können.
Forderungen
Wer nicht weiß, ob er morgen noch beschäftigt ist, hat keine Chance, sein Leben zu planen. Gerade in einer Phase, in der die Lebens- und Familienplanung ansteht, sind junge Menschen stark verunsichert und materiell eingeschränkt!
Das macht uns sozial unruhig. Wir fordern
- gleicher Lohn für gleiche Arbeit
- eine betriebliche Höchstquote an Leiharbeitnehmer/innen
- das Synchronisationsverbot wieder einzuführen: die Leiharbeitsfirma darf die Leiharbeiter/innen nicht mit Ende des Einsatzes in der Entleihfirma kündigen
Materialien
Präsentation "Junge Generation und Leiharbeit" vom DGB-Bezirksjugendausschuss (Februar 2011):
Download [PDF, 464KB]
"Report Leiharbeit" des DGB-Bezirk Bayern (Januar 2011):
Zum Download geht hier lang
Sozial unruhig-Flyer zum Thema "Leiharbeit":
Download [PDF, 2.9MB]


